Selbsthilfe bei Schüchternheit und sozialer Phobie

 

Huckup, 5.6.2019

Er will Schüchternen aus der Isolation helfen
Julian Kurzidim organisiert Selbsthilfegruppen / Infotag am 16. Juni

Von sky

HILDESHEIM. Etwa jeder Zehnte ist schüchtern. Nicht nur etwas verlegen, sondern so verkrampft in sozialen Gemeinschaften, dass sie am liebsten unsichtbar sein wurden. Sie sind das gefundene Opfer von Menschen, die sich gerne über jemanden anderes lustig machen - und von denen gibt es zu viele. So jedenfalls empfindet es Julian Kurzidim. Er ist einer von diesen Menschen, denen es schwerfallt, Kontakte zu knüpfen, sich aktiv zu präsentieren, vor anderen zu sprechen.
Doch er kämpft dagegen an, und er will anderen Schüchternen helfen, sich aus ihrer Isolation zu befreien. Julian Kurzidim ist Vorsitzender der Initiative intakt, dem norddeutschen Verband der Selbsthilfe bei sozialen Ängsten. Seit 2005 betreut er eine Selbsthilfegruppe in Hildesheim, die sich alle 14 Tage beim Paritätischen trifft.
Doch selbst für ihn ist es schwierig, Menschen aus der Reserve zu locken, die in der gleichen Situation sind wie er selbst. Wenn man sich lieber in sein Kammerchen zurückzieht. Bloß nicht gesehen werden will. "Doch trotzdem wollen diese Menschen etwas erleben, Kontakt aufnehmen, eine Beziehung zu einem Partner aufbauen", erzählt er. Nur: Sie trauen sich eben nicht.
Auch Christian fällt es nicht leicht, sich zu präsentieren. Er will für diesen Artikel nicht fotografiert werden, auch seinen Nachnamen nennt er nicht. Immerhin: Er leitet den Hildesheimer Gesprächskreis der Schüchternen.
Manchmal nimmt Marina Stoffregen Anrufe von Schüchternen in der Geschäftsstelle durch die Selbsthilfekontaktstelle KIBIS beim Paritätischen Hildesheim-Alfeld entgegen. "Wer es soweit schafft, hat einen wichtigen Schritt getan", sagt sie, "aktiv zu werden".
Genau dabei soll die Selbsthilfegruppe helfen. Seit 2005 kommen in Hildesheim Menschen unterschiedlichen Alters zusammen, Männer und Frauen. Mobbing am Arbeitsplatz, das Ausnutzen von Schwächen - vieles verstärkt das Dilemma von Schüchternen, die häufig schon in ihrer Kindheit das Gefühl empfunden haben, nicht genug zu taugen. Sei es der Leistungsdruck der Eltern, seien es peinliche Situationen in der Schule oder auch Mobbing in der Klasse. "Man kann schnell in die Mühle der Selbstentwertung geraten", sagt Kurzidim.
Die Selbsthilfegruppe soll wieder aus der Spirale herausführen: "Wichtig ist, Vertrauen aufzubauen, wieder Mut zu fassen, etwas zu sagen." Alles einfache Regeln. Aber für manche Menschen eben scheinbar unüberwindbare Hürden.
Die Selbsthilfegruppe für Schüchterne in Hildesheim trifft sich alle 14 Tage montags bei KIBIS in der Lilly-Reich-Straße 5 um 18 Uhr. Der nachste Termin ist am 17. Juni. Anfragen oder Anmeldungen sind unter schuechterne-hi(ä)gmx.de per E-Mail möglich.

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zuletzt am 06.01.2021 um 17 Uhr 07